Aktuelles


29.07.2010

Ausbildung in Israel

Drei Auszubildende berichten von ihrem Einsatz in Israel

Die St. Elisabeth-Akademie bietet für einige Auszubildende die Möglichkeit, sechs Wochen praktische Ausbildung in Israel zu absolvieren; sie arbeiten dort in einem Altenheim der Salvatorianerinnen. Drei Auszubildende haben einen Bericht zu ihrer Zeit in Israel verfasst.

Sechs Wochen Westjordanland waren für uns alle zusammen eine starke Herausforderung und zunächst mit vielen Ängsten, aber auch großer Vorfreude verbunden. An unserem Ankunftstag, nach vielen Kontrollen und Befragungen seitens des Flughafenpersonals, sind wir von allen herzlichst in Empfang genommen worden, besonders von Sr. Hildegard, die uns zusammen mit einem der Zivis am Flughafen in Tel Aviv abholte.

Die Einreise in das Westjordanland wurde durch kaputte, unebene Straßen und der verarmten Wohngegend geprägt. So bekamen wir relativ früh zu spüren, in welchen Verhältnissen wir die nächsten 1 ½ Monate leben würden.

Die Arbeit mit den Bewohnern war für uns eine große Umstellung. Die größte Problematik war für uns zunächst die Sprachbarriere und die hygienischen Bedingungen unter denen dort gearbeitet wurde. Zu unserer Freude wurden wir von den Bewohnern freudig und liebevoll empfangen. Die zunächst befürchtete Sprachproblematik stellte sich zum Glück sehr schnell ein und die arabischen Schwestern und deutschen Volontäre halfen uns bei Verständigungsproblemen.

Wir haben dort ein gemischtes Arbeitsteam aus verschiedenen Nationalitäten, Altersgruppen und Glaubensrichtungen kennengelernt, in welches wir gut integriert wurden.

Unser Alltag war geprägt durch die Arbeit auf Station, die Lebensgemeinschaft mit den dort lebenden Salvatorianerinnen und gleichaltrigen dort arbeitenden Volontären und Zivis aus Deutschland.

Uns allen hat die Gemeinschaft dort sehr gut gefallen und stark beeindruckt!

Unsere freien Tage haben wir immer alle drei zusammen verbracht. Wir nutzten diese Tage, um das Land und die Kultur näher kennen zu lernen. Wir bereisten das Tote Meer, den tiefsten frei begehbaren Punkt der Erde, in der Wüste Ein Gedi, Tel Aviv am Mittelmeer, den See Genezareth, Nationalparks im Norden Israels und Jerusalem.

Jerusalem ist uns dank eines deutschen Volontärs so nahe gebracht worden, dass wir relativ schnell herausgefunden hatten, wo von aus man weitere Reisen in andere Städte beginnen konnte. Die kleinen Gassen mit all ihren Händlern und deren bunten Auslagen waren eine Augenweide - aus den hintersten Gassen hörte man die Marktschreier, die ihre Ware anpriesen und zwischendurch immer wieder den Muezzin, der zum Gebet rief.

Die arabische Kultur ist kein Vergleich zu dem wie wir hier in Deutschland leben. Es ist sehr erstaunlich zu sehen, wie viele Menschen aus verschiedenen Kulturen dieses Land bereisen, um dort ihren Glauben aus voller Überzeugung auszuleben. Wir durften dessen selber Zeugen werden - das jüdische Pessach und Ostern fiel dieses Jahr auf die selben Tage, dementsprechende Massen von Pilgern und Religiösen strömten nach Jerusalem, als Ziel die Grabeskirche.

Wir drei sind unter den vielen arabischen, dunkelhaarigen Einwohnern natürlich ziemlich aufgefallen, besonders in der Altstadt Jerusalems, da diese durch starke arabische Einflüsse gezeichnet ist.

In der Neustadt Jerusalems hingegen merkte auf Anhieb die eher europäisch geprägte Lebenseinstellung, wodurch wir dann auch nicht mehr wirklich auffielen.

In den 1 ½ Monaten haben wir uns eine sehr emotionale und intensive Bindung zu den Bewohnern, der Gemeinschaft und dem Land aufgebaut. Wir haben die Chance, diesen Außeneinsatz machen zu können, beim Schopfe gepackt und sind um einige reifere Erfahrungen wieder nach Hause gekommen. Auch wenn die Anreise anstrengend und lange war, das Wetter meistens sehr warm, alles neu und mit einem großen Schritt ins Ungewisse verbunden war; sechs Wochen Westjordanland waren ein riesiges Abenteuer!

Das aufeinander angewiesen sein und das stetige Zusammensein hat uns drei noch enger zusammengeschweißt.

Umfassend können wir es nur jedem empfehlen, der die Gelegenheit hat - Israel kennen zu lernen - diese auch wahrzunehmen.

Vielen lieben Dank nochmal an alle für die tolle Unterstützung und die schönen sechs Wochen, die uns in Beit Emmaus ermöglicht wurden. Ein besonderer Dank gilt Sr. Hildegard für die liebevolle Gastfreundschaft.

              In diesem Sinne salam/jalla bai,

 

Einsatz in Israel

Miriam Kunert, Kevin Fegers und Christina Goblirsch
mit Bewohnerin


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Letzte Aktualisierung:

03.09.2010